"Jedes Kind sollte so etwas erleben dürfen"

Merve
Merve über ihre Zeit bei den Wunderfindern und was danach kam

Leipzig, Eisenbahnstraße. Hier lebt Merve, hier kennt sie jede Ecke, hier fühlt sie sich zu Hause. Für unser Gespräch treffen wir uns am Rabet. Es ist Februar und Leipzig ist grau und kalt. Fröhlich begrüßt mich Merve und stellt sich geduldig allen Fragen. 

Die Zeit Ihrer Wunderfinder-Patenschaft liegt schon etwas zurück. Die heutige Neuntklässlerin erinnert sich an ihre Grundschulzeit. Sie besuchte die Wilhelm Wander Grundschule und nahm in der dritten Klasse am Wunderfinder-Patenprogramm teil.

„Es hat so viel Spaß gemacht! Ich habe mich immer gefreut, wenn wir rausgegangen sind, wir hatten sehr viel Spaß. Einzeln aber auch in der Gruppe. Es waren schöne Tage.“ Ob das Programm weitergeführt werden sollte? „Unbedingt! Jedes Kind sollte so etwas erleben dürfen.“

Merve steckt mitten im Leben, zwischen Schule, Freundschaften und Zukunftsplänen. Ihre Geschichte ist die vieler junger Menschen in Leipzig: geprägt von Herkunft, Familie, Träumen und der Suche nach dem eigenen Weg. Sie besucht derzeit das Humboldt-Gymnasium in Leipzig. Wie sehen ihre Zukunftspläne aus? „Ich habe mit vielen Leuten über Berufe gesprochen“, erzählt Merve. Ihre Tante arbeitet als Hortmitarbeiterin, eine Tätigkeit, die sie inspiriert hat. „Ich könnte mir vorstellen, Grundschullehrerin oder Betreuerin zu werden.“ 

Merve ist reflektiert, hat klare Werte. „Ich glaube an ein höheres Wesen. Mir ist es wichtig, Gutes zu tun und Gutes zu reden.“ Politik interessiert sie weniger, aber sie weiß, dass man etwas bewegen kann. „Ich versuche immer, positiv zu bleiben.“ Ihr sicherer Hafen ist ihre Familie, ihre Freundinnen helfen ihr, wenn es ihr mal nicht gut geht. „Wenn ich traurig bin, versuche ich dies zu verstecken, aber meine Freunde merken es trotzdem.“

Ihre Eltern stammen aus der Türkei. Jeden Sommer reist Merve mit ihren Eltern und ihren drei Geschwistern dorthin, besucht ihre Großeltern oder verbringt Zeit in Ankara. Ist die Türkei ein Wunschort für die Zukunft? „Vielleicht. Aber ich könnte mir auch vorstellen, in Stuttgart zu leben oder in einem anderen Land. Leipzig ist manchmal etwas langweilig.î Wichtiger als das Ankommen ist Merve das Losgehen: „Ich möchte reisen. Nach Japan, Korea, vielleicht auch nach Dubai.“