Mit großer Traurigkeit nehmen wir Abschied von einem außergewöhnlichen Stifter, Wissenschaftler und engagierten Bürger unserer Stadt. Michael Hofmann hat lange und bewundernswert gekämpft – am Ende war die Krankheit stärker. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Freundinnen und Freunden. Ihnen gilt unser tief empfundenes Mitgefühl.
Michael gehörte 2004 zu den Gründern unserer Bürgerstiftung. Über viele Jahre hat er die Entwicklung unserer Stiftung im Stiftungsrat mit klarem Geist, Weitblick und großer Verlässlichkeit begleitet – bis ihm der Tumor die aktive Mitarbeit unmöglich machte.
In meinen letzten Telefonaten mit ihm war er trotz allem hellwach, interessiert und voller Anteilnahme. Mit spürbarem Stolz erkundigte er sich nach unseren Projekten und nach den Stifterinnen und Stiftern. Neben seinen wissenschaftlichen Arbeiten lag ihm die Bürgerstiftung stets besonders am Herzen.
Die „Blaue Reihe“ zum Gedenken an die reiche Stiftungstradition in Leipzig war seine Idee. Er hat sie konzipiert und mit großem Engagement umgesetzt: eine Veranstaltungsreihe im Geist eines bürgerlichen Salons, mit beeindruckenden Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern und dem Laetitia Quartett als musikalischem Rahmen im Saal der Alten Nikolaischule.
Auch das Buch Redefreiheit hat er mit herausgegeben. Es dokumentiert, wie sich Leipzigerinnen und Leipziger nach der Wende die neue Redefreiheit aneigneten – in öffentlichen Debatten unter anderem in der Moritzbastei, im Gewandhaus und im Academixer-Keller. Das Buch hat er gemeinsam mit Thomas Ahbe und Volker Stiehler herausgegeben und wir haben es gefördert.
Es war ebenfalls seine Überzeugung: Gib den Menschen ihre Stimme und ermögliche ihnen, öffentlich über ihre Lebensleistung zu sprechen. So entstand 2018 das Erzählcafé über das Leben in Leipzig in den 60er Jahren und 2022 eine weitere Reihe zu den 90er Jahren. Die Veranstaltungen in der Stadtbibliothek waren jedes Mal gut besucht, erfüllt von Erinnerungen und lebendiger Geschichte.
Michael Hofmann war ein besonderer Mensch: ein Familienmensch, ein Förderer der Jugend, ein Mensch mit Haltung, mit unstillbarem Wissensdrang und mit tiefer Leidenschaft für seine Stadt. Sein Wirken bleibt – in unseren Projekten, in unseren Gesprächen und in unserer Erinnerung.
Wir werden Michael ein ehrendes Andenken bewahren.
In stillem Gedenken
Angelika Kell
im Namen des Vorstands